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03.08.2026News

Ferrari 296 GTB: Die Stage-1-Tuning-Maßnahme, die die 1.000-ch-Marke knackt

Drei Jahre. So lange musste man warten, bis man den Ferrari 296 GTB, der seit seiner Anschaffung im Shiftech-Netzwerk unterwegs ist, neu programmieren konnte. Nicht aus Mangel an Fachwissen, sondern weil sein Bosch-Steuergerät MG1CS039 bis vor kurzem vollständig gesperrt und für Tuner unzugänglich war. Das ist nun nicht mehr der Fall. Seit einigen Wochen ist dieses Steuergerät entsperrt, und wir haben den 296 sofort auf den Leistungsprüfstand gestellt, um zu messen, welche Leistung er serienmäßig und anschließend nach Stage 1 erbringt. Ergebnis im Serienzustand: 889 ch und 950 Nm, was bereits über den von Ferrari angegebenen 830 ch und 900 Nm liegt. Ergebnis nach Stage 1, ohne jegliche mechanische Änderungen: 1.013 ch und 1.070 Nm. Zwei Mitfahrer dienten als Testpersonen bei einem Praxistest auf der Straße. Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie wir dorthin gekommen sind.

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Ein 296 GTB Hybrid – drei Jahre lang keine Neuprogrammierung möglich

Der Ferrari 296 GTB ist die erste Plug-in-Hybrid-Berlinette von Ferrari. Sein Antriebsstrang kombiniert einen 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 120-Grad-Winkel und einen Elektromotor, was eine angegebene Gesamtleistung von 830 ch und 900 Nm ergibt – und das bei einem Fahrzeuggewicht von knapp über 1.450 kg.

Seit seiner Einführung im Jahr 2022 vereinte der 296 alles, was sich ein Liebhaber von einem modernen Ferrari nur wünschen konnte: eine Hybridarchitektur ohne Abstriche beim Fahrgefühl, sofort verfügbares Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und eine Drehzahlgrenze von bis zu 9.500 Umdrehungen pro Minute. Das Problem war, dass er zudem mit einem Steuergerät ausgestattet war, an das man nicht herankam.

Der Bosch MG1CS039, der diese Architektur steuert, war so stark gesperrt, dass jeglicher Eingriff unmöglich war. Kein Auslesen, kein Beschreiben, keine Neuprogrammierung. Dieser 296 ist seit drei Jahren im Shiftech-Netzwerk unterwegs. Er hat mehr als 11.500 km zurückgelegt, an Einweihungsfahrten von Vereinen teilgenommen und Hochgeschwindigkeitsfahrten absolviert. Er wartete von Anfang an auf seine Vorbereitung.

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Bosch MG1CS039: Ein seit einigen Monaten entsperrtes Steuergerät

Das Bosch MG1CS039 ist das Motorsteuergerät, mit dem die neuesten und exklusivsten Modelle von Ferrari ausgestattet sind: der 296 GTB und GTS, der Purosangue, der 12Cilindri und der F80. Es handelt sich um eine Steuergerätgeneration, die für die Steuerung komplexer Antriebsarchitekturen konzipiert ist, darunter Hochdruck-Direkteinspritzung, Hybridantrieb, fortschrittliches Wärmemanagement und vektorielle Drehmomentsteuerung.

Sein Softwareschutz entsprach seiner hohen Komplexität. Bis vor kurzem musste das Steuergerät für jeden Eingriff ins Ausland geschickt werden, was mit hohen Kosten und ungewissen Wartezeiten verbunden war. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Heute erfolgt die Freischaltung über unseren spezialisierten Partner. Der Ablauf im Einzelnen: Man baut das Steuergerät aus, schickt es ein, und es kommt innerhalb von 3 bis 4 Tagen freigeschaltet zurück. Die Kosten für diesen Schritt betragen 450 €. Sobald das Steuergerät zurück ist, wird es wieder eingebaut, das Fahrzeug auf den Leistungsprüfstand gestellt und die Neuprogrammierung gestartet.

Diese Neuerung betrifft nicht nur den 296. Wenn Sie einen Purosangue, einen 12Cilindri oder einen F80 besitzen, ist nun auch dessen Steuergerät zugänglich. Und wenn Sie sich bezüglich des Zustands Ihres Fahrzeugs nicht sicher sind, wenden Sie sich am besten an das nächstgelegene Shiftech-Zentrum.

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Ursprüngliche Messung auf dem Prüfstand: 889 ch statt 830

Vor der Vorbereitung wird gemessen. Diese Regel gilt für alle Fahrzeuge, die bei Shiftech vorbeikommen, und gewinnt bei einem Plug-in-Hybrid besondere Bedeutung.

Der 296 GTB weist auf dem Leistungsprüfstand besondere Eigenschaften auf. Um einen repräsentativen Messwert für die kombinierte Leistung zu erhalten, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: voll aufgeladene Batterie und Fahrmodus „Qualify“ (der höchste Modus des Fahrzeugs). Außerhalb dieser Bedingungen liefert der Elektromotor nicht seine maximale Leistung, und die Messung fällt zu niedrig aus.

Diese Bedingungen wurden eingehalten. Ergebnis: 889 ch und 950 Nm, gegenüber den von Ferrari angegebenen 830 ch und 900 Nm. Der 296 GTB übertrifft bereits in der optimalen Messkonfiguration die Herstellerangaben. Das ist nicht überraschend: Die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor erzeugt unter besten Bedingungen einen messbaren Leistungsüberschuss, und die Herstellerangaben fallen oft konservativ aus.

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Stufe 1: 1.013 PS und 1.070 Nm, ohne Eingriffe an der Mechanik

Wir haben sie neu programmiert. Keine zusätzlichen Teile, keine Änderungen an der Abgasanlage, keine mechanischen Änderungen. Stage 1 ist eine Optimierung der serienmäßigen Motorsteuerung: Turbodruck, Einspritzkurven, Drehmomentmanagement. Sonst nichts.

Ergebnis auf dem Leistungsprüfstand: 1.013 ch und 1.070 Nm.

Im Vergleich zur Ausgangsleistung sind das +124 ch und +120 Nm. Bei einem Fahrzeug mit einem Gewicht von etwa 1.450 kg macht dieses Leistungsgewicht den getunten 296 zu einer Klasse für sich. Gesamtkosten des Umbaus: 1.499 € für die Neuprogrammierung, 450 € für die Freischaltung des Steuergeräts, also insgesamt 1.949 €, um die 1.000-ch-Marke im reinen Stage-1-Umbau zu knacken.

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Das Fahrgefühl: zwei Mitfahrer, zwei Meinungen

Die Werte auf dem Leistungsprüfstand reichen nicht immer aus, um zu verdeutlichen, wie sich das Fahrzeug unter realen Bedingungen verhält. Wir haben zwei Mitfahrer mit ganz unterschiedlichen Profilen zu einer Probefahrt mitgenommen.

Manon, die bei Shiftech ein duales Studium im Bereich Kommunikation absolviert, verbrachte ihren letzten Tag in unseren Räumlichkeiten. Sie nimmt an der 4L Trophy teil und ist keine Anfängerin, was Fahrzeuge mit viel Schwung angeht. Die Vorgabe: Füße vom Boden abheben – wir stoppten die Zeit, sobald sie den Sitz wieder berührte. Das eindeutige Urteil: Sie klebte die ganze Zeit am Sitz, ihre Beine zitterten beim Aussteigen. „Das hat mich richtig vorangetrieben“, so lässt sich ihre Zusammenfassung in etwa beschreiben.

Médéric, Chef der Bar-Brasserie „Chez Dub“ neben unserem Zentrum, stieg zum ersten Mal in ein Fahrzeug dieser Kategorie ein. Sein bisheriger Vergleichsmaßstab: ein Seat FR, der auf 180 km/h beschleunigt wurde. Nach zwei Beschleunigungsmanövern auf der Straße schätzt er die Leistung spontan nach Gefühl auf 950 ch, ohne die Zahlen gesehen zu haben. Was ihn am meisten beeindruckt hat: das völlige Fehlen von Verzögerung im unteren Drehzahlbereich und die Kraft der Beschleunigung beim Schalten in den dritten Gang. Das Auto, das auf einem ruhigen Streckenabschnitt bereits in einen ruhigen Fahrmodus übergegangen war, und dann der plötzliche Leistungsanstieg: Der Effekt ist umso heftiger, als nichts darauf hingedeutet hatte.

Zwei Profile, zwei unterschiedliche Erfahrungsstufen mit dieser Art von Auto, dieselbe Feststellung.

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Die Besonderheiten der Neuprogrammierung bei einem PHEV-Hybridfahrzeug

Der 296 GTB ist kein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und einer leichten elektrischen Unterstützung. Es handelt sich um einen vollwertigen Plug-in-Hybrid, dessen integrierter Elektromotor eigenständig etwa 130 bis 160 ch leistet.

Diese Architektur hat direkte Auswirkungen auf die Neuprogrammierung und die Leistungsmessung. Die auf dem Leistungsprüfstand gemessene Leistung ist eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektroantrieb und variiert je nach Ladezustand der Batterie. Um die Messwerte vor und nach der Tuning-Maßnahme genau vergleichen zu können, müssen die Messbedingungen bei jedem Durchlauf exakt identisch sein.

Auf der Straße beseitigt der Elektromotor das Turboloch: Er liefert sein Drehmoment sofort, bereits bei niedrigen Drehzahlen, während der V6 den Ladedruck aufbaut. Der 296 verhält sich so, als gäbe es den Turbo gar nicht. Beim Gangwechsel entsteht kein spürbares Leistungsloch. Die Stage-1-Tuningmaßnahme verstärkt dieses Verhalten, vor allem im oberen Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors, wo der V6-Biturbo sein maximales Potenzial entfaltet. Es ist diese Kombination, die zu einer Leistung von 1.013 ch führt: ein unveränderter Elektromotor und ein neu programmierter Verbrennungsmotor, der mehr aus seinem oberen Drehzahlbereich herausholt.

Weiterführende Informationen:

YouTube-Video: Motor-Remapping für den Ferrari 296 GTB

1XXX PS IM FERRARI IN STAGE 1 (Manon klebt förmlich am Sitz)!

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